Dienstag, 30. Juli 2013

Unfreiwillige Pause

Da bin ich wieder. Gott sei Dank!
Wie Ihr bestimmt schon alle mitbekommen habt, ist mir am Freitag dem 19.7. was passiert das meinen Werdegang als Pilot gewaltig beeinflussen wird. Aber nicht zum Negativen, sondern eher zum Positiven.
Ich habe einen Flugzeugabsturz überlebt.
Dies war aber nur möglich, da ich mich jedes mal wenn ich fliegen gehe auch brav auf meinen Schleudersitz schnalle.

Da isser: Martin Baker MK16


Und so sieht es dann aus, wenn man ihn benutzt:


Wie kam es dazu?
Am Morgen, pünktlich zum Sonnenaufgang, sind mein Fluglehrer und Ich zu einem ganz normalen Übungsflug gestartet. Alles verlief problemlos sodass wir zu einem Touch and Go ansetzten nach dem dann der Steigflug in die Area geplant war. So etwas machen wir hier regelmäßig um die Landung mit vollem Tank zu trainieren. (Kaum zu glauben, aber mit 3500 Pfund landet sich der Pfeil anders als mit nur 1000 Pfund.) Der "TnGO" verlief dann auch ohne probleme und supersanft wie man es von mir halt gewohnt ist. ;) Nachdem wir dann also wieder in der Luft waren und ich schon wieder damit beschäftigt war, die Instrumente für den Steigflug in die Area abzusetzen, machte es auf einmal einen gewaltigen Ruck mit dem dazugehörigen Rummmms und ich fand mich auf einmal in einem Jet-Cabrio wieder. Vermutlich wurden wir also von mindestens einem Vogel getroffen. Dies löste dann eine gewaltige Kettenreaktion aus, deren nächster Punkt der Ausfall unserer Triebwerke war. Warscheinlich durch die Glas- und Vogelteile zum Verstummen gebracht, war es uns dann in dieser Situation angesichts der relativ langsamen Geschwindigkeit und der sehr niedrigen Höhe nicht mehr gegeben, diese wieder starten zu können.
In einem antriebslosen Jet dem Boden entgegensegelnd war die Entscheidung für uns beide dann auch schnell getroffen: "Bailout Bailout Bailout" (so lautet das Kommando dafür, die lebensrettende Schlaufe zu ziehen)
Was hierauf folgte war der wildeste "Ride" meines Lebens. Gerade eben noch im Flugzeug sitzend, fand ich mich plötzlich innerhalb einer Sekunde am Fallschirm und ohne es sofort wahrgenommen zu haben, auch schon auf dem Boden. Nicht weit von mir brannte auch schon der Überrest von unserem Jet vor sich hin.


Wie man sehen kann, bin ich in einem für texanische Verhältnisse stark bewaldeten Gebiet wieder zum Boden gekommen. Ich bin einfach nur froh, dass ich das ganze überlebt habe! Ach ja, der Fluglehrer kam auch gut raus, sodass wir uns am Samstag dann endlich wieder voller Wiedersehensfreude in die Augen blicken konnten.

Als Folgen haben wir den Umständen entsprechend kleinere Verletzungen davongetragen. Ihn hatte es mit gestauchten Beinen und einem Wadenbeinbruch erwischt. Ich musste mit einem gebrochenen Knöchel, einer gestauchten Wirbelsäule und einem Haarriss in einem der Lendenwirbel ins Krankenhaus wo ich dann auch für 4 Tage stationär aufgenommen wurde.

Die gute Nachricht: Alles wird wieder gut verheilen. Jetzt heißt es für mich erstmal Erholungsurlaub mit Sportgips am Fuß und einer art Korsett zum Stützen meines Rückens. Gibt schlimmeres ;)
Momentan kann ich zu Hause wieder gut mit Hilfe meiner Krücken umherlaufen, bin aber immer noch sehr stark auf die Pflege von Dani angewiesen. Sie kümmert sich aber wirklich gut und gedulödig um mich, wofür ich Ihr jeden Tag sehr dankbar bin.

In 2-3 Monaten soll es dann auch mit dem Training weitergehen. Das heißt für mich natürlich ANSTRENGEN in der Reha, die hoffentlich nächste Woche beginnt. Ich werde Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten! Hab ja jetzt wieder etwas mehr Zeit ;)

Bis dahin...
...Daumen Hoch!
Euer Julius

2 Kommentare:

  1. Ein hoch auf Martin Baker MK16!
    Alles Gute für die Reha und alles weiter!!
    Liebe Grüße aus Deutschland
    Tanja

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  2. Wow, hab' ja mitgekriegt, daß du verletzt wurdest, hab' aber nicht wirklich realisiert, daß das wegen einem Ausstieg war - hab' nur heute mehr zufällig seit langem wieder euren Blog aufgerufen.
    Wünsche Dir jedenfalls gute Besserung, alles Gute und viel Soldatenglück für deinen weiteren Werdegang.
    Viele Grüße auch an Daniela (die ja gerade in der Heimat sein dürfte?).
    MkG,
    Julian Seidl

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